PSYCHOLOGISCHE UNTERSTÜTZUNG FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE


Todeswünsche und Erlösungsfantasien

Der Wunsch nach dem Ende


Die Überlastung pflegender Angehöriger kann so weit gehen, dass sie nur noch im Tod des Erkrankten Erlösung für sich selbst und ihre Lebenssituation sehen. Gar nicht so selten berichten pflegende Angehörige, dass sie sich schon gewünscht hätten, der Pflegebedürftige möge doch sterben. Meistens führen solche Phantasien bei pflegenden Angehörigen anschließend zu heftigen Schuldgefühlen. Dabei sind solche oder ähnliche Gedanken normale Reaktionen auf schwere Belastungen. Besonders dann, wenn es um Demenz-Erkrankte geht, können derartige Todeswünsche auch eine Art des Abschiednehmens sein. Unaufhaltsam verliert man Tag um Tag ein Stück mehr von der einst engen wechselseitigen Beziehung. Das geplante gemeinsame Leben mit allen Wünschen und Zielen für die Zukunft ist nicht mehr wie erhofft möglich.


Hilferuf und Hinweis auf Überforderung

 

Hauptsächlich sind die Todeswünsche und Erlösungsphantasien jedoch verzweifelte Hilferufe. Denn nicht der tatsächliche Tod des Pflegebedürftigen ist die wirkliche Hoffnung, sondern das Ende der auszehrenden Pflegearbeit. Derartige Todeswünsche sind in der Regel Hinweise auf eine schwere Überforderung. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte beizeiten eine Balance zwischen den eigenen Wünschen und den Notwendigkeiten in der Pflege des Erkrankten gefunden werden, die beiden Seiten gerecht wird.

 

 

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