PSYCHOLOGISCHE UNTERSTÜTZUNG FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE


Stress und Überforderung

Was ist Stress?


Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Reize, die meistens von außen auf den Menschen einwirken. Energiereserven werden kurzfristig freigesetzt, um höhere körperliche und geistige Belastungen zu bewältigen. Das geschieht im Körper durch die Ausschüttung von Hormonen. Meistens wird Stress als negativ empfunden, besonders wenn er von längerer Dauer ist.


Auslöser von Stress

Es gibt zahlreiche Faktoren, die Stress auslösen können: Zeitmangel und Termindruck, aber auch Überforderung und hoher Erwartungsdruck gehören dazu. Ebenso können Todesfälle im Familien- und Freundeskreis, Scheidungen, Krankheit und Schmerzen, aber auch Konflikte im Berufs- und Privatleben Ursachen sein. Daneben gibt es auch Stressfaktoren, die man sich selbst schafft - beispielsweise durch zu hohe Ansprüche an sich selbst und daraus wachsende Ängste, sie nicht erfüllen zu können. Jedoch wird keine Situation von allen Menschen in gleicher Weise als Stress wahrgenommen. Mancher braucht sogar einen gewissen Druck, um seine Leistung zu bringen.


Folgen von Stress

Üblicherweise wechselt der Körper nach dem Ende einer Stresssituation in eine Erholungsphase. Die Vorgänge im Körper normalisieren sich wieder. Bleibt diese Erholung aus, weil der Stress anhält oder weil neue Belastungen hinzukommen, werden die Kraftreserven von Körper und Seele allmählich aufgezehrt. Je länger der Stress andauert, desto eher kann dies bis zum Burnout und zu Depressionen führen. Viele reagieren auf Dauerstress auch mit Aggressionen.

Stress wird nicht nur durch äußere Faktoren verursacht, sondern oft auch durch die Gedanken, die sich ein Mensch zu einer Situation macht. So kann zum Beispiel die Angst, Fehler zu machen, so weit gehen, dass der Betreffende sich keine neuen Aufgaben mehr zutraut. Jede neue Anforderung löst bei ihm Stress aus. Auch der eigene Hang zur Perfektion kann zu Überforderung und damit zu Stress führen.


Stress in der Pflege

Die Pflege eines kranken Menschen ist für Angehörige eine belastende Situation. Neben der körperlichen Anstrengung können Anteilnahme und Sorge um den Erkrankten enormen seelischen Stress auslösen. Das Gefühl, nicht genug zu tun, aber auch die Angst vor Missbilligung oder Tadel können dazu führen, dass eigene Wünsche zurückgestellt werden, und dass selten Nein gesagt wird.

Die dauerhafte Belastung der Pflege – besonders auch wenn sie neben den Anforderungen des beruflichen und privaten Alltags geleistet wird – kann Stress auslösen, der krank macht. Dies umso eher, je stärker die eigene Erholung und Regeneration vernachlässigt werden. Für pflegende Angehörige ist es notwendig, beizeiten eine Balance zwischen ihren eigenen Wünschen und denen des Pflegebedürftigen zu finden. Ein völlig erschöpfter und gestresster pflegender Angehöriger kann keine optimale Betreuung leisten.

 

 

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