PSYCHOLOGISCHE UNTERSTÜTZUNG FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE


Depression

Was ist eine Depression?


Depressionen zählen zu den häufigsten seelischen Erkrankungen. Wenn das Gefühls- und Gemütsleben eines Menschen stark gestört ist, spricht die Psychologie von einer Depression.
Die Erkrankung kann sich mit vielen Symptomen bemerkbar machen: Eine traurige Grundstimmung, die Einbuße von Lebensfreude und Interessen, schnelles Ermüden und extreme Antriebslosigkeit sind die häufigsten. Daneben kommt es oft zu Schlafstörungen, Appetitverlust, Gewichtsveränderungen und zu Gefühlen von Schuld und Wertlosigkeit. Außerdem fällt es schwer, sich zu konzentrieren und zu denken.


Depression ist behandelbar

Depression ist eine Erkrankung, die heute sehr gut behandelt werden kann – mit Medikamenten und durch verschiedene Psychotherapien. Jedoch werden Depressionen von Hausärzten häufig nicht oder erst spät erkannt. Das liegt auch daran, dass die Erkrankung viele verschiedene Beschwerden mit sich bringt.

Außerdem gibt es zahlreiche verschiedene Formen von Depressionen. Allgemein wird unterschieden, ob es sich bei der Erkrankung um eine einmalige Phase handelt, oder ob sie im Leben immer wiederkehrt. Unterschieden wird auch nach den Schweregraden der Depression. Der Verlauf der Erkrankung hängt stark von dem Betroffenen selbst und seinen Lebensverhältnissen ab.

Im Volksmund wird der Begriff Depression oft fälschlich gleichgesetzt mit „traurigen Phasen“. Solche Abschnitte, in denen Menschen sich traurig, einsam oder unglücklich fühlen, sind jedoch im Leben ganz normal. Erst wenn dies Wochen und Monate andauert, könnte sich daraus eine Depression entwickeln.


Depression im Alter

Bei der so genannten Alters-Depression sind die häufigsten Symptome körperliche Beschwerden, Ängste, nachlassende Kraft und Energie, aber auch die Befürchtung eine Krankheit zu haben und Gefühle von Hoffnungslosigkeit. Häufig werden diese Signale jedoch als natürliche Folgen des Alterns und der Lebensumstände eingestuft. Eine Depression wird dabei oft übersehen und natürlich auch nicht behandelt. Das führt dann oft zu weiteren körperlichen Erkrankungen. Insgesamt kommen Depressionen bei Menschen mit körperlichen Erkrankungen oder Behinderungen häufiger vor.


Pflegende Angehörige öfter erkrankt

Deutliche Ergebnisse hat eine Untersuchung der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) gebracht, die Anfang 2011 veröffentlicht wurde: Pflegende Angehörige sind öfter krank als andere Menschen. Sie litten häufiger an Burnout und Depressionen. 17 Prozent der pflegenden Angehörigen sind laut der Studie von einer depressiven Episode oder Depressionen betroffen – jeder Sechste. Depressionen kommen bei pflegenden Angehörigen dreieinhalb mal häufiger vor als bei der übrigen Bevölkerung. Als Ursachen werden die körperlichen und seelischen Belastungen der Pflege genannt, besonders wenn diese zu den üblichen Anstrengungen des Berufs- und Familienlebens noch hinzukommen. Die Untersuchung verdeutlicht, dass pflegende Angehörige sehr wachsam gegenüber der eigenen Gesundheit sein müssen.

 

 

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